Über uns


Selbständige Gewerbetreibende
 

Der gewerblich selbständige Fremdenführer übt ein reglementiertes Gewerbe im Sinne der Bestimmungen der §§ 94 Z. 21 und 108 GewO 1994 aus. Er muss einen strengen, durch eine staatliche Prüfung erbrachten Befähigungsnachweis erbringen. Der Fremdenführer weist sich durch eine amtliche Legitimation aus. Aufgrund der bundesweit ausgerichteten Prüfung und seiner Gewerbeberechtigung kann und darf der Fremdenführer in ganz Österreich führen. 


Der  gewerbebehördlich angemeldete und zugelassene  Fremdenführer ist kraft Gesetzes Mitglied der Organisation der  Wirtschaftskammern  als  Interessenvertretung und  Servicestelle  der Wirtschaft,  und zwar der Fachgruppe  der  Freizeitbetriebe in der zuständigen Landeskammer. Als bundesweite Dachorganisation nimmt sich der  Fachverband der Freizeitbetriebe in der Wirtschaftskammer Österreich der gemeinsamen  Interessen der Fremdenführer an. Im Wege  der  Wirtschaftskammer  besteht  die Mitgliedschaft  zum  Weltverband  der Fremdenführer-Vereinigungen und zur Europäischen Fremdenführer-Vereinigung.

Berufsbild

Aufgabe des Fremdenführers ist die Führung von Personen, um ihnen die historischen Reichtümer und das künstlerische und kulturelle Erbe Österreichs,  die Sehenswürdigkeiten  von  Stadt und  Land  (wie  insbesondere öffentliche Plätze und Gebäude, Denkmäler und Erinnerungsstätten, Sammlungen, Museen, Kirchen, Klöster, Theater und Vergnügungsstätten, Ausstellungen, Besonderheiten der Landschaft, von Flora und Fauna, Industrie- und Wirtschaftsanlagen und  dergleichen) die gesellschaftliche, soziale und politische Situation im nationalen und übernationalen Zusammenhalt, sowie  sonstige  kulturelle, sportliche und gesellschaftliche Veranstaltungen zu zeigen und zu erklären. Der Fremdenführer übernimmt im Einzelfall aber auch Aufgaben  und Tätigkeiten  eines  Reisebetreuers (Reiseleiters)  wie  Transfers oder die Begleitung von Reisegruppen in das Ausland. Die  qualifizierte Führungstätigkeit des in Österreich  geprüften Fremdenführers grenzt sich ab von den Tätigkeiten anderer Berufsgruppen, die durch die Gewerbeordnung oder nach anderen gesetzlichen  Bestimmungen  zu bestimmten Erläuterungen  berechtigt  sind (wie  Reisebetreuern, Schloss-, Burg- und  Hausführern,  Wander- und Bergführern bzw. Erläuterungen, die in Fahrzeugen des gewerblichen Personentransportes erfolgen, etwa durch Fiaker oder Taxilenker), ohne aber kraft Gesetzes über eine Prüfungsqualifikation verfügen zu müssen.

Fremdenführer aus dem EU/EWR-Raum dürfen vorübergehend grenzüberschreitend in Österreich tätig sein. Nähere Informationen zur sogenannten Dienstleistungsfreiheit finden Sie unter:

https://www.wko.at/Content.Node/branchen/oe/Freizeit--und-Sportbetriebe/Service/EURichtlinie_FF_EWR_Stand_November2010_2.pdf



Ausbildung/Qualifikation

Die Zugangsvoraussetzungen für die fachliche Qualifikation zum reglementierten Gewerbe der Fremdenführer sind in der Fremdenführerverordnung BGBL II Nr. 46/2003 vom 28.01.2003 geregelt. Diese sieht vor, dass die fachliche Qualifikation zum Gewerbe der Fremdenführer durch Zeugnisse über den erfolgreichen Abschluss des Fremdenführerlehrganges und die erfolgreich abgelegte Fremdenführerprüfung erbracht wird.

Der obligatorische Fremdenführerlehrgang mindestens 250 Unterrichtsstunden umfassender  Ausbildungskurs an  einer  gesetzlich anerkannten Schulungseinrichtung  zB Wirtschaftsförderungsinstitute der Wirtschaftskammern) vermittelt umfangreiche, qualifizierte Kenntnisse in Urgeschichte, Reichsgeschichte und österreichischer Geschichte, Kultur- und Kunstgeschichte, Heimat- und Volkskunde, Wirtschafts- und Sozialkunde, politische Bildung, Rechnungswesen, Betriebswirtschaft und Rechtskunde, Fremdenverkehrs- und Wirtschaftsgeographie, Fremdenverkehrslehre und Erste Hilfe, sowie die Durchführung von Führungen einschließlich praktischer Übungen in Fremdsprachen sowie Rhetorik und Verhaltensstrategie.